Das ging schnell!

Floorball-Nationalspielerin Johanna Zoberbier erfüllt sich ihren großen Traum von Olympia.
Original-Artikel auf mz-web.de erscheint am 01.02.2020

Foto und Artikel: Annette Schmidt
Stimmengewirr, lautes Toben und fliegende Bälle – so sieht es aus, wenn man Donnerstagabend in die Sporthalle von Elster kommt. Auf dem Feld fast 20 Kinder der U 9- und U 11-Mannschaft des Floorball-Teams des UHC Elster und unter ihnen Johanna Zoberbier. „Mit den Kleinen zu trainieren, macht immer riesigen Spaß, und mit einer Nationalspielerin zu üben, motiviert sie“, erklärt Johanna Zoberbier, bevor sie sich für ihre zweite Trainingseinheit des Tages mit der Herrenmannschaft fertigmacht.
Dieses Training bedeutet zwei Stunden mit Sprint-, Torschuss- und Zuspielübungen sowie einem kleinen Spiel zum Abschluss. „Das Training mit den Männern bedeutet einen großen Vorteil für mich, dadurch bin ich so gut in meinen anderen Mannschaften“, erklärte Johanna Zoberbier. Wenn man der 15-Jährigen beim Training zuschaut, glaubt man nicht, dass sie verletzungsbedingt ihren großen Traum von einer Weltmeisterschaftsteilnahme aufgeben musste.
Das junge Mädchen, das seit ihrem vierten Lebensjahr aktives Mitglied des UHC Elster ist, kann bereits auf eine erstaunliche Karriere zurückschauen. So ist sie bereits zweifache Deutsche Meisterin mit der U-15-Mannschaft, wurde mehrfach ins Allstar-Team gewählt und nahm zweimal mit der deutschen U-19-Nationalmannschaft an den Prag-Games, dem größten internationalen Turnier der Sportart, teil.
„Ich zog mir eine Verletzung am Kreuzband und am Meniskus zu. Nur wegen meiner trainierten Muskeln kann ich das ausgleichen, aber es muss operiert werden.“ Ihr großer Traum, mit der Nationalmannschaft an der ersten Weltmeisterschaft teilzunehmen, zerbrach durch diese Diagnose.
„Wenn nicht WM, warum dann nicht Olympia?“, waren damals die tröstenden Worte von Johannas Mutter. Gemeinsam befassten sie sich mit der Ausschreibung für das olympische Jugendlager. Für Tokio 2020 sollten 50 erfolgreiche Nachwuchssportler zwischen 16 und 19 Jahren unter Tausenden Bewerbern ausgewählt werden. „Meine Eltern überraschten mich im Urlaub. Beim Schnorcheln im Roten Meer in Ägypten fand ich eine Flaschenpost mit der Zusage für Olympia“, erinnerte sich Johanna Zoberbier strahlend.
„Ich freue mich so sehr auf Tokio. Ich liebe die japanische Kultur und das Essen. Ich werde die anderen am 1. April treffen und dann werden wir wie die richtigen Sportler komplett als Team ausgerüstet“, erzählt Johanna Zoberbier. Aber am meisten freut sich die junge Sportlerin darauf, eine Botschafterin ihres Sportes sein zu können, damit Floorball olympisch wird, und Johanna Zoberbier das nächste Mal als Sportlerin zu Olympia reisen kann.
Wer Johanna Zoberbiers ganz persönliche Reise nach Olympia verfolgen möchte, kann dies online tun. In ihrem virtuellen Tagebuch tokio.zoberbier.eu gewährt sie dem Leser einen Blick hinter die Kulissen dieses sportlichen Großereignisses. (mz)

15 Gedanken zu „Das ging schnell!“

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